Querschläger

von sedaRt

Eigentlich hatte ich ein völlig anderes Folge-Projekt im Kopf und dann ist da doch etwas passiert – irgend eine Synapse hat sich womöglich mit einer anderen verknüpft, wer weiß – was mich letztnächtens ins Atelier zurückstürzen und mich einen Abdruck für ein zweites Selbstportrait nehmen ließ:

Ich stelle fest, dass die Grundlage in Gips nicht minder gruselig aussieht wie das vor acht Jahren entstandene erste Selbstportrait – eine Wirkung die wirklich nicht beabsichtigt ist und sich dann doch offenbar immer wieder einstellt. Sich in das eigene Gesicht zu sehen hat etwas dem Körper Entrücktes. Ich habe keinen Zugriff mehr auf meine Mimik.
Die Reaktionen meiner Besucher, wenn sie die ausgestellten Masken betrachten, ähneln sich erstaunlich trotz individueller Wahrnehmung. Besonders intensive Gefühle löst das alte Selbstportrait aus, zumeist negative. Wenn man den Flur entlang geht, dann folgen einem durch das Wandern der Lichtreflexe die Glasaugen. Das Gesicht wirkt lebendig wie es eine Fotografie niemals wiedergeben könnte.

Mittlerweile sind viele positive Aspekte hinzu gekommen. Ich werde sie einbringen, auch wenn man sie jetzt in der Negativform nicht erkennen kann.